Die Gedichte.

Rainer Maria Rilke

Anfangszeilen.   Alphabetisches Verzeichnis.

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495 Einträge

M

"Man muss sterben weil man sie kennt. " Sterben / an der unsäglichen Blüte des Lächelns.
        Man muss sterben weil man sie kennt  Rainer Maria Rilke

Mach Einen herrlich, Herr, mach Einen groß, / bau seinem Leben einen schönen Schoß, / und seine Scham errichte wie ein Tor / in einem blonden Wald von jungen Haaren, / und ziehe durch das Glied des Unsagbaren / den Reisigen, den weißen Heeresscharen, / den tausend Samen, die sich sammeln, vor.
        Mach Einen herrlich  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Mach mich zum Wächter deiner Weiten, / mach mich zum Horchenden am Stein, / gib mir die Augen auszubreiten / auf deiner Meere Einsamsein; / lass mich der Flüsse Gang begleiten / aus dem Geschrei zu beiden Seiten / weit in den Klang der Nacht hinein.
        Mach mich zum Wächter deiner Weiten  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Manche, des Todes, entstand ruhig geordnete Regel, / weiterbezwingender Mensch, seit du im Jagen beharrst; / mehr doch als Falle und Netz, weiß ich dich, Streifen von Segel, / den man hinuntergehängt in den höhligen Karst.
        Manche, des Todes  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Manchmal steht einer auf beim Abendbrot / und geht hinaus und geht und geht und geht ...
        Manchmal steht einer auf beim Abendbrot  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Martyrin ist sie. Und als harten Falls / mit einem Ruck / das Beil durch ihre kurze Jugend ging, / da legte sich der feine rote Ring / um ihren Hals, und war der erste Schmuck, / den sie mit einem fremden Lächeln nahm; / aber auch den erträgt sie nur mit Scham.
        Martyrinnen  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haar / wie aller alten Zaren Sterbestunde.
        Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haar  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Mein Leben ist nicht diese steile Stunde, / darin du mich so eilen siehst.
        Mein Leben ist nicht diese steile Stunde  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Mein Vater war ein verbannter / König von überm Meer.
        Sohn, Der  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Meine Hand hat nur noch eine / Gebärde, mit der sie verscheucht; / auf die alten Steine / fällt es aus Felsen feucht.
        Gefangene, Der  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Meine Seele ist vielleicht grad und gut; / aber mein Herz, mein verbogenes Blut, / alles das, was mir wehe tut, / kann sie nicht aufrecht tragen.
        Lied des Zwerges, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Meine Stube und diese Weite, / wach über nachbetendem Land ...
        Am Rande der Nacht  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Meinst du denn, dass man sich sinken sieht? / Nein, der König schien sich noch erhaben, / da er seinen starken Harfenknaben / töten wollte bis ins zehnte Glied.
        Saul unter den Propheten  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Menschlichkeit: Namen schwankender Besitze, / noch unbestätigter Bestand von Glück: / ist das unmenschlich, dass zu dieser Spitze, / zu diesem kleinen dichten Spitzenstück / zwei Augen wurden?
        Spitze, Die  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Mir fällt ein junger Ritter ein / fast wie ein alter Spruch.
        Mädchenmelancholie  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Mit allen Augen sieht die Kreatur / das Offene. Nur unsre Augen sind / wie umgekehrt und ganz um sie gestellt / als Fallen, rings um ihren freien Ausgang.
        Achte Elegie, Die  Rainer Maria Rilke  Duineser Elegien (1922)

Mit einem Ast, der jenem niemals glich, / wird Gott, der Baum, auch einmal sommerlich / verkündend werden und aus Reife rauschen; / in einem Lande, wo die Menschen lauschen, / wo jeder ähnlich einsam ist wie ich.
        Mit einem Ast  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht / sich eine kleine Weile der Bestand / von bunten Pferden, alle aus dem Land, / das lange zögert, eh es untergeht.
        Karussell, Das  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Mit einem Neigen seiner Stirne weist / er weit von sich was einschränkt und verpflichtet; / denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet / das ewig Kommende das kreist.
        Engel, Der  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Mitte aller Mitten, Kern der Kerne, / Mandel, die sich einschließt und versüßt ...
        Buddha in der Glorie  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Morgen wird in diesen tiefgekerbten / Gassen, die sich durch getürmtes Wohnen / unten dunkel nach dem Hafen drängen ...
        Vor-Ostern  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Musik: Atem der Statuen. Vielleicht: / Stille der Bilder.
        An die Musik  Rainer Maria Rilke  Gedichte und Texte aus dem Nachlaß 1906-1926 (1927)



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