Die Gedichte.

Rainer Maria Rilke

Anfangszeilen.   Alphabetisches Verzeichnis.

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495 Einträge

A

Abends manchmal (weißt du, wie das tut? ) / wenn sie plötzlich stehn und rückwärts nicken / und ein Lächeln, wie aus lauter Flicken, / zeigen unter ihrem halben Hut.
        Eine von den alten  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Aber als hätte die Last der Fruchtgehänge / und der Verfall der Säulen und Bogengänge / und der Abgesang der Gesänge / sie beschwert, / hat die Jungfrau sich in anderen Stunden, / wie von Größerem noch unentbunden, / kommenden Wunden / zugekehrt.
        Aber als hätte die Last der Fruchtgehänge  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Aber selbst noch durch die Flügeltüren / mit dem grünen regentrüben Glas / ist ein Spiegeln lächelnder Allüren / und ein Glanz von jenem Glück zu spüren, / das sich dort, wohin sie nicht mehr führen, / einst verbarg, verklärte und vergaß.
        Pavillon, Der  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Ach sind auch Könige nicht von Bestand / und dürfen hingehn wie gemeine Dinge, / obwohl ihr Druck wie der der Siegelringe / sich widerbildet in das weiche Land.
        Klage um Jonathan  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Alle, die ihre Hände regen / nicht in der Zeit, der armen Stadt, / alle, die sie an Leises legen, / an eine Stelle, fern den Wegen, / die kaum noch einen Namen hat ...
        Alle, die ihre Hände regen  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Alle, welche dich suchen, versuchen dich. / Und die, so dich finden, binden dich / an Bild und Gebärde.
        Alle, welche dich suchen  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Alles Erworbne bedroht die Maschine, solange / sie sich erdreistet, im Geist, statt im Gehorchen, zu sein.
        Alles Erworbne bedroht die Maschine  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Alles wird wieder groß sein und gewaltig. / Die Lande einfach und die Wasser faltig, / die Bäume riesig und sehr klein die Mauern; / und in den Tälern, stark und vielgestaltig, / ein Volk von Hirten und von Ackerbauern.
        Alles wird wieder groß sein und gewaltig  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Als ihn der Gott in seiner Not betrat, / erschrak er fast, den Schwan so schön zufinden; / er ließ sich ganz verwirrt in ihm verschwinden.
        Leda  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Als ob er horchte. Stille: eine Ferne... / Wir halten ein und hören sie nicht mehr.
        Buddha  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Als pflückte einer rasch zu einem Strauß: / ordnet der Zufall hastig die Gesichter ...
        Gruppe, Die  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Also noch einen Augenblick. / Dass sie mir immer wieder den Strick / zerschneiden.
        Lied des Selbstmörders, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Also, das tat not für den und den, / weil sie Zeichen brauchten, welche schrieen.
        Auferweckung des Lazarus  Rainer Maria Rilke  Gedichte und Texte aus dem Nachlaß 1906-1926 (1927)

Am Anfang war mir das Leben gut. / Es hielt mich warm, es machte mir Mut.
        Lied der Witwe, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

An diesem Morgen nach der Nacht, die bang / vergangen war mit Rufen, Unruh, Aufruhr ...
        Geburt der Venus  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Andere müssen auf langen Wegen / zu den dunklen Dichtern gehn; / fragen immer irgendwen, / ob er nicht einen hat singen sehn / oder Hände auf Saiten legen.
        Von den Mädchen  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Atmen, du unsichtbares Gedicht ! / Immerfort um das eigne / Sein rein eingetauschter Weltraum.
        Atmen, du unsichtbares Gedicht !  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Auch du wirst groß sein. Größer noch als einer, / der jetzt schon leben muss, dich sagen kann.
        Auch du wirst groß sein  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Auf Pferde, sieben ziehende, verteilt, / verwandelt Niebewegtes sich in Schritte; / denn was hochmütig in des Marmors Mitte / an Alter, Widerstand und All verweilt, / das zeigt sich unter Menschen.
        Marmor-Karren, Der  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Auf einmal ist aus allem Grün im Park / man weiß nicht was, ein Etwas fortgenommen; / man fühlt ihn näher an die Fenster kommen / und schweigsam sein.
        Sommerregen, Der  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Auf einmal weiß ich viel von den Fontänen, / den unbegreiflichen Bäumen aus Glas.
        Von den Fontänen  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Aus allen Türmen stürzt sich, Fluss um Fluss, / hinwallendes Metall in solchen Massen / als sollte drunten in der Form der Gassen / ein blanker Tag erstehn aus Bronzeguss ...
        Marien-Prozession, Die  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Aus der vollgestellten Stadt, die lieber / schliefe, träumend von den hohen Thermen, / geht der grade Gräberweg ins Fieber; / und die Fenster in den letzten Fermen / sehn ihm nach mit einem bösen Blick.
        Römische Campagna  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Aus dieser Wolke, siehe: die den Stern / so wild verdeckt, der eben war ...
        Spanische Trilogie, Die  Rainer Maria Rilke  Cornet (1899)

Aus unendlichen Sehnsüchten steigen / endliche Taten wie schwache Fontänen, / die sich zeitig und zitternd neigen.
        Initiale  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Ausgedehnt von riesigen Gesichten, / hell vom Feuerschein aus dem Verlauf / der Gerichte, die ihn nie vernichten ...
        Ein Prophet  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens. Siehe, wie klein dort, / siehe: die letzte Ortschaft der Worte, und höher, / aber wie klein auch, noch ein letztes / Gehöft von Gefühl.
        Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens  Rainer Maria Rilke  Gedichte und Texte aus dem Nachlaß 1906-1926 (1927)



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