Die Gedichte.

Rainer Maria Rilke

Anfangszeilen.   Alphabetisches Verzeichnis.

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495 Einträge

R

Reiten, reiten, reiten, durch den Tag, durch die Nacht, durch den Tag.
        Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke, Die  Rainer Maria Rilke  Cornet (1899)

Reitet der Ritter in schwarzem Stahl / hinaus in die rauschende Welt.
        Ritter  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Rose, du thronende, denen im Altertume / warst du ein Kelch mit einfachem Rand.
        Rose, du thronende  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Rose, oh reiner Widerspruch, / Lust, / Niemandes Schlaf zu sein / unter soviel Lidern.
        Grabspruch, Der  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut! / Lass deine Braut nicht so lange am Fenster stehn.
        Braut, Die  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Rufe mich zu jener deiner Stunden, / die dir unaufhörlich widersteht : / flehend nah wie das Gesicht von Hunden, / aber immer wieder weggedreht, / wenn du meinst, sie endlich zu erfassen.
        Rufe mich zu jener deiner Stunden  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Rühmen, das ists ! Ein zum Rühmen Bestellter, / ging er hervor wie das Erz aus des Steins / Schweigen.
        Rühmen, das ists !  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Rühmt euch, ihr Richtenden, nicht der entbehrlichen Folter / und daß das Eisen nicht länger an Hälsen sperrt.
        Rühmt euch  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

S

Sah ich dich wirklich nie? Mir ist das Herz / so schwer von dir wie von zu schwerem Anfang, / den man hinausschiebt.
        Requiem für Wolf Graf von Kalckreuth  Rainer Maria Rilke  Requien (1908)

Schläfer, schwarz ist das Nass noch an meinen Füßen, ungenau.
        Judiths Rückkehr  Rainer Maria Rilke  Cornet (1899)

Schon von ferne fühlt der fremde scheue / Pilger, wie es golden von ihm träuft; / so als hätten Reiche voller Reue / ihre Heimlichkeiten aufgehäuft.
        Buddha  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Schon, horch, hörst du der ersten Harken / Arbeit ; wieder den menschlichen Takt / in der verhaltenen Stille der starken / Vorfrühlingserde.
        Schon, horch  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Sechsunddreißig Mal und hundert Mal / hat der Maler jenen Berg geschrieben, / weggerissen, wieder hingetrieben / (sechsunddreißig Mal und hundert Mal) / zu dem unbegreiflichen Vulkane, / selig, voll Versuchung, ohne Rat ...
        Berg, Der  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Seht auf, ihr Männer. Männer dort am Feuer, / die ihr den grenzenlosen Himmel kennt, / Sterndeuter, hierher!
        Verkündigung über den Hirten  Rainer Maria Rilke  Das Marien-Leben (1913)

Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter / dir, wie der Winter, der eben geht.
        Sei allem Abschied voran  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe / so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
        Panther, Der  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Seit einer Stunde ist um ein Ding mehr / auf Erden. Mehr um einen Kranz.
        Requiem  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Seit er, klein beinah, aus dem Toril / ausbrach, aufgescheuchten Augs und Ohrs, / und den Eigensinn des Picadors / und die Bänderhaken wie im Spiel / hinnahm, ist die stürmische Gestalt / angewachsen ...
        Corrida  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Seit sie damals, bettheiß, als die Hure / übern Jordan floh ...
        ägyptische Maria, Die  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Selten ist Sonne im Sobór. / Die Wände wachsen aus Gestalten, / und durch die Jungfraun und die Alten / drängt sich, wie Flügel im Entfalten, / das goldene, das Kaiser-Tor.
        Selten ist Sonne im Sobór  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule / aus dem Gartenschatten ...
        Sonnenuhr, Die  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Seltsam verlächelnd schob der Laborant / den Kolben fort, der halbberuhigt rauchte.
        Alchimist, Der  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Sie brauchen kein Tanz-Orchester; / sie hören in sich ein Geheule / als waren sie Eulennester.
        Toten-Tanz  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Sie folgten furchtbar; ihren bunten Tod / von ferne nach ihm werfend, während er / verloren floh, nichts weiter als: bedroht.
        Letzte Graf von Brederode, Der  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Sie haben alle müde Münde / und helle Seelen ohne Saum.
        Engel, Die  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Sie hatten sich an ihn gewöhnt. Doch als / die Küchenlampe kam und unruhig brannte / im dunkeln Luftzug, war der Unbekannte / ganz unbekannt.
        Leichen-Wäsche  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Sie hindern mich nicht. Sie lassen mich gehn. / Sie sagen es könne nichts geschehn.
        Lied des Idioten, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Sie hoben sie mit Geblitz: / der Sturm aus den Hörnern schwellte / seidene, breitgewellte / Fahnen.
        Abaloms Abfall  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Sie kam den Hang herauf, schon schwer, fast ohne / an Trost zu glauben ...
        Magnificat  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Sie lag. Und ihre Kinderarme waren / von Dienern um den Welkenden gebunden, / auf dem sie lag die süßen langen Stunden, / ein wenig bang vor seinen vielen Jahren.
        Abisag  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Sie muss immer sinnen: Ich bin... ich bin... / Wer bist du denn, Marie?
        Wahnsinn, Der  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Sie saß so wie die anderen beim Tee. / Mir war zuerst, als ob sie ihre Tasse / ein wenig anders als die andern fasse.
        Erblindende, Die  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Sie sind es nicht. Sie sind nur die Nicht-Reichen, / die ohne Willen sind und ohne Welt; / gezeichnet mit der letzten Ängste Zeichen / und überall entblättert und entstellt.
        Sie sind es nicht  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Sie sind so still; fast gleichen sie den Dingen. / Und wenn man sich sie in die Stube lädt, / sind sie wie Freunde, die sich wiederbringen, / und gehn verloren unter dem Geringen / und dunkeln wie ein ruhiges Gerät.
        Sie sind so still  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Sie sind versammelt, staunende Verstörte, / um ihn, der wie ein Weiser sich beschließt / und der sich fortnimmt denen er gehörte / und der an ihnen fremd vorüberfließt.
        Abendmahl, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Sie werden Alle wie aus einem Bade / aus ihren mürben Grüften auferstehn; / denn alle glauben an das Wiedersehn, / und furchtbar ist ihr Glauben, ohne Gnade.
        Jüngste Gericht, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Sieh den Himmel. Heißt kein Sternbild Reiter ? / Denn dies ist uns seltsam eingeprägt : / dieser Stolz aus Erde.
        Sieh den Himmel  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Sieh ich bin einer, den alles verlassen hat. / Keiner weiß in der Stadt von mir, / Aussatz hat mich befallen.
        Lied des Aussätzigen, Das  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Sieh, Gott, es kommt ein Neuer an dir bauen, / der gestern noch ein Knabe war; von Frauen / sind seine Hände noch zusammgefügt / zu einem Falten, welches halb schon lügt.
        Sieh, Gott  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

Sieh, er geht und unterbricht die Stadt, / die nicht ist auf seiner dunkeln Stelle, / wie ein dunkler Sprung durch eine helle / Tasse geht.
        Blinde, Der  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Sieh, ich bin nicht, aber wenn ich wäre, / wäre ich die Mitte im Gedicht; / das Genaue, dem das ungefähre / ungefühlte Leben widerspricht.
        Sieh, ich bin nicht  Rainer Maria Rilke  Requien (1908)

Sieh, wie sich alles auftut: so sind wir; / denn wir sind nichts als solche Seligkeit.
        Gesang der Frauen an den Dichter  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

Sieh, wie sie dieselben Möglichkeiten / anders an sich tragen und verstehn, / so als sähe man verschiedne Zeiten / durch zwei gleiche Zimmer gehn.
        Schwestern, Die  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Siehe die Blumen, diese dem Irdischentreuen, / denen wir Schicksal vom Rande des Schicksals leihn ...
        Siehe die Blumen  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Sind nicht die Sterne fast in deiner Nähe / und was giebt es ...
        Käferstein, Der  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Singe die Gärten, mein Herz, die du nicht kennst ; wie in Glas / eingegossene Gärten, klar, unerreichbar.
        Singe die Gärten  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

So angestrengt wider die starke Nacht / werfen sie ihre Stimmen ins Gelächter, / das schlecht verbrennt.
        So angestrengt wider die starke Nacht  Rainer Maria Rilke  Requien (1908)

So bin ich nur als Kind erwacht, / so sicher im Vertraun / nach jeder Angst und jeder Nacht / dich wieder anzuschaun.
        So bin ich nur als Kind erwacht  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

So erschrocken, wie sie nie erschraken, / ohne Ordnung, oft durchlocht und locker, / hocken sie in dem geborstnen Ocker / ihres Ackers, nicht von ihren Laken / abzubringen, die sie liebgewannen.
        Jüngste Gericht, Das  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

So hat man sie gemalt; vor allem Einer, / der seine Sehnsucht aus der Sonne trug.
        So hat man sie gemalt  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

So ist mein Tagwerk, über dem / mein Schatten liegt wie eine Schale.
        So ist mein Tagwerk  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne, / durch jedes Übermaß von Nacht getrennt, / das eine Nähe ist, die sich an Ferne / erprobt und an dem Fernsten sich erkennt.
        Vom Abschiednehmen  Rainer Maria Rilke  Requien (1908)

So möcht ich zu dir gehn: von fremden Schwellen / Almosen sammelnd, die mich ungern nähren.
        So möcht ich zu dir gehn  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

So seh ich, Jesus, deine Füße wieder, / die damals eines Jünglings Füße waren, / da ich sie bang entkleidete und wusch; / wie standen sie verwirrt in meinen Haaren / und wie ein weißes Wild im Dornenbusch.
        Pietà  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

So viele Engel suchen dich im Lichte / und stoßen mit den Stirnen nach den Sternen / und wollen dich aus jedem Glanze lernen.
        So viele Engel suchen dich im Lichte  Rainer Maria Rilke  Das Stundenbuch (1905)

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln / sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh, / hinter den Blütendolden, die ein Blau / nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.
        Blaue Hortensie  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

So wie dem Meister manchmal das eilig / nähere Blatt den wirklichen Strich / abnimmt : so nehmen oft Spiegel das heilig / einzige Lächeln der Mädchen in sich, / wenn sie den Morgen erproben, allein ...
        So wie dem Meister manchmal das eilig  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

So wie der König auf der Jagd ein Glas / ergreift, daraus zu trinken ...
        Ein Frauen-Schicksal  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

So wie der Staub, der irgendwie beginnt / und nirgends ist ...
        Fremde Familie  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

So wie der Strom am Ausgang seine Dämme / durchbricht mit seiner Mündung Übermaß, / so brach nun durch die Ältesten der Stämme / zum letztenmal die Stimme Josuas.
        Josuas Landtag  Rainer Maria Rilke  Neue Gedichte (1907)

So will ich gehen, schauender und schlichter, / einfältig in der Vielfalt des Scheins ...
        An Karl von der Heydt  Rainer Maria Rilke  Gedichte und Texte aus dem Nachlaß 1906-1926 (1927)

Soll ich die Städte rühmen, die überlebenden / (die ich anstaunte) großen Sternbilder der Erde.
        Soll ich die Städte rühmen  Rainer Maria Rilke  Requien (1908)

Soll ich noch einmal Frühling haben, noch einmal / dieses Erdreichs nahe gesicherte Zukunft / nehmen wie eigenes Los?
        Soll ich noch einmal Frühling haben  Rainer Maria Rilke  Requien (1908)

Sollen wir unsere uralte Freundschaft, die großen / niemals werbenden Götter, weil sie der harte / Stahl, den wir streng erzogen, nicht kennt, verstoßen / oder sie plötzlich suchen auf einer Karte ?
        Sollen wir unsere uralte Freundschaft  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Spiegel: noch nie hat man wissend beschrieben, / was ihr in euerem Wesen seid.
        Spiegel: noch nie hat man wissend beschrieben  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Starker, stiller, an den Rand gestellter / Leuchter: oben wird die Nacht genau.
        An den Engel  Rainer Maria Rilke  Gedichte und Texte aus dem Nachlaß 1906-1926 (1927)

Staunend steht er an der Kathedrale / steilem Aufstieg, nah der Fensterrose, / wie erschreckt von der Apotheose, / welche wuchs und ihn mit einem Male / niederstellte über die und die.
        Adam  Rainer Maria Rilke  Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908)

Stiller Freund der vielen Fernen, fühle, / wie dein Atem noch den Raum vermehrt.
        Stiller Freund der vielen Fernen  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)

Süddeutsche Nacht, ganz breit im reifen Monde, / und mild wie aller Märchen Wiederkehr.
        Mondnacht  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

T

Titelblatt / Die Nacht, vom wachsenden Sturme bewegt, / wie wird sie auf einmal weit ...
        Aus einer Sturmnacht  Rainer Maria Rilke  Das Buch der Bilder (1902)

Tränen, Tränen die aus mir brechen. / Mein Tod, Mohr, Träger / meines Herzens, halte mich schräger, / daß sie abfließen.
        Tränen, Tränen die aus mir brechen  Rainer Maria Rilke  Gedichte und Texte aus dem Nachlaß 1906-1926 (1927)

Tänzerin : o du Verlegung / alles Vergehens in Gang : wie brachtest du´s dar.
        Tänzerin  Rainer Maria Rilke  Die Sonette an Orpheus (1922)



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