Rainer Maria Rilke
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495 Einträge
R
Rühmt euch, ihr Richtenden, nicht der entbehrlichen Folter / und daß das Eisen nicht länger an Hälsen sperrt. Rühmt euch Rainer Maria Rilke Die Sonette an Orpheus (1922) |
S
Schläfer, schwarz ist das Nass noch an meinen Füßen, ungenau. Judiths Rückkehr Rainer Maria Rilke Cornet (1899) |
Schon von ferne fühlt der fremde scheue / Pilger, wie es golden von ihm träuft; / so als hätten Reiche voller Reue / ihre Heimlichkeiten aufgehäuft. Buddha Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Schon, horch, hörst du der ersten Harken / Arbeit ; wieder den menschlichen Takt / in der verhaltenen Stille der starken / Vorfrühlingserde. Schon, horch Rainer Maria Rilke Die Sonette an Orpheus (1922) |
Sechsunddreißig Mal und hundert Mal / hat der Maler jenen Berg geschrieben, / weggerissen, wieder hingetrieben / (sechsunddreißig Mal und hundert Mal) / zu dem unbegreiflichen Vulkane, / selig, voll Versuchung, ohne Rat ... Berg, Der Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe / so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Panther, Der Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Seit er, klein beinah, aus dem Toril / ausbrach, aufgescheuchten Augs und Ohrs, / und den Eigensinn des Picadors / und die Bänderhaken wie im Spiel / hinnahm, ist die stürmische Gestalt / angewachsen ... Corrida Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Selten ist Sonne im Sobór. / Die Wände wachsen aus Gestalten, / und durch die Jungfraun und die Alten / drängt sich, wie Flügel im Entfalten, / das goldene, das Kaiser-Tor. Selten ist Sonne im Sobór Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Sie lag. Und ihre Kinderarme waren / von Dienern um den Welkenden gebunden, / auf dem sie lag die süßen langen Stunden, / ein wenig bang vor seinen vielen Jahren. Abisag Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Sie saß so wie die anderen beim Tee. / Mir war zuerst, als ob sie ihre Tasse / ein wenig anders als die andern fasse. Erblindende, Die Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Sie sind es nicht. Sie sind nur die Nicht-Reichen, / die ohne Willen sind und ohne Welt; / gezeichnet mit der letzten Ängste Zeichen / und überall entblättert und entstellt. Sie sind es nicht Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Sie sind so still; fast gleichen sie den Dingen. / Und wenn man sich sie in die Stube lädt, / sind sie wie Freunde, die sich wiederbringen, / und gehn verloren unter dem Geringen / und dunkeln wie ein ruhiges Gerät. Sie sind so still Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Sie sind versammelt, staunende Verstörte, / um ihn, der wie ein Weiser sich beschließt / und der sich fortnimmt denen er gehörte / und der an ihnen fremd vorüberfließt. Abendmahl, Das Rainer Maria Rilke Das Buch der Bilder (1902) |
Sie werden Alle wie aus einem Bade / aus ihren mürben Grüften auferstehn; / denn alle glauben an das Wiedersehn, / und furchtbar ist ihr Glauben, ohne Gnade. Jüngste Gericht, Das Rainer Maria Rilke Das Buch der Bilder (1902) |
Sieh, Gott, es kommt ein Neuer an dir bauen, / der gestern noch ein Knabe war; von Frauen / sind seine Hände noch zusammgefügt / zu einem Falten, welches halb schon lügt. Sieh, Gott Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Sieh, ich bin nicht, aber wenn ich wäre, / wäre ich die Mitte im Gedicht; / das Genaue, dem das ungefähre / ungefühlte Leben widerspricht. Sieh, ich bin nicht Rainer Maria Rilke Requien (1908) |
So erschrocken, wie sie nie erschraken, / ohne Ordnung, oft durchlocht und locker, / hocken sie in dem geborstnen Ocker / ihres Ackers, nicht von ihren Laken / abzubringen, die sie liebgewannen. Jüngste Gericht, Das Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne, / durch jedes Übermaß von Nacht getrennt, / das eine Nähe ist, die sich an Ferne / erprobt und an dem Fernsten sich erkennt. Vom Abschiednehmen Rainer Maria Rilke Requien (1908) |
So seh ich, Jesus, deine Füße wieder, / die damals eines Jünglings Füße waren, / da ich sie bang entkleidete und wusch; / wie standen sie verwirrt in meinen Haaren / und wie ein weißes Wild im Dornenbusch. Pietà Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
So wie das letzte Grün in Farbentiegeln / sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh, / hinter den Blütendolden, die ein Blau / nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln. Blaue Hortensie Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
So wie der Strom am Ausgang seine Dämme / durchbricht mit seiner Mündung Übermaß, / so brach nun durch die Ältesten der Stämme / zum letztenmal die Stimme Josuas. Josuas Landtag Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Staunend steht er an der Kathedrale / steilem Aufstieg, nah der Fensterrose, / wie erschreckt von der Apotheose, / welche wuchs und ihn mit einem Male / niederstellte über die und die. Adam Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Süddeutsche Nacht, ganz breit im reifen Monde, / und mild wie aller Märchen Wiederkehr. Mondnacht Rainer Maria Rilke Das Buch der Bilder (1902) |
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