Rainer Maria Rilke
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495 Einträge
U
Und Nacht und fernes Fahren; denn der Train / des ganzen Heeres zog am Park vorüber. Letzter Abend Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Und deine Armen leiden unter diesen / und sind von allem, was sie schauen, schwer / und glühen frierend wie in Fieberkrisen / und gehn, aus jeder Wohnung ausgewiesen, / wie fremde Tote in der Nacht umher; / und sind beladen mit dem ganzen Schmutze, / und wie die Sonne Faulendes bespien ... Und deine Armen leiden unter diesen Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und dennoch: mir geschieht, / als ob ich ein jedes Lied / tief in mir ihm ersparte. Und dennoch Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und der Engel sprach und gab sich Müh / an dem Mann, der seine Fäuste ballte: / Aber siehst du nicht an jeder Falte, / daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh. Argwohn Josephs Rainer Maria Rilke Das Marien-Leben (1913) |
Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt / wie aus dem Kerker, der ihn hasst und hält ... Und doch Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und du wartest, erwartest das Eine, / das dein Leben unendlich vermehrt; / das Mächtige, Ungemeine, / das Erwachen der Steine, / Tiefen, dir zugekehrt. Erinnerung Rainer Maria Rilke Das Buch der Bilder (1902) |
Und gieb, dass beide Stimmen mich begleiten, / streust du mich wieder aus in Stadt und Angst. Und gieb Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und ihre Stimme kommt von ferne her / und ist vor Sonnenaufgang aufgebrochen, / und war in großen Wäldern, geht seit Wochen, / und hat im Schlaf mit Daniel gesprochen / und hat das Meer gesehn, und sagt vom Meer. Und ihre Stimme kommt von ferne her Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und sie hatte ihn die ganze Nacht / angerufen, hingekniet, die schwache / wache Jungfrau: Siehe, dieser Drache, / und ich weiß es nicht, warum er wacht. Sankt Georg Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Und sie hatten Ihn in sich erspart / und sie wollten, dass er sei und richte, / und sie hängten schließlich wie Gewichte / (zu verhindern seine Himmelfahrt) / an ihn ihrer großen Kathedralen / Last und Masse. Gott im Mittelalter Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Und sie schweigen, weil die Scheidewände / weggenommen sind aus ihrem Sinn, / und die Stunden, da man sie verstände, / heben an und gehen hin. Irren, Die Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Und sieh, wie ihrer Füße Leben geht: / wie das der Tiere, hundertfach verschlungen / mit jedem Wege; voll Erinnerungen / an Stein und Schnee und an die leichten, jungen / gekühlten Wiesen, über die es weht. Und sieh Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und sieh: ihr Leib ist wie ein Bräutigam / und fließt im Liegen hin gleich einem Bache, / und lebt so schön wie eine schöne Sache, / so leidenschaftlich und so wundersam. Und sieh Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Und was hättest du mir denn zu sagen, / und was gehst du meine Seele an, / wenn sich deine Augen niederschlagen / vor dem nahen Nichtgesagten? Sappho an Alkaïos Rainer Maria Rilke Neue Gedichte (1907) |
Und wenn sie schlafen, sind sie wie an alles / zurückgegeben was sie leise leiht, / und weit verteilt wie Brot in Hungersnöten / an Mitternächte und an Morgenröten, / und sind wie Regen voll des Niederfalles / in eines Dunkels junge Fruchtbarkeit. Und wenn sie schlafen Rainer Maria Rilke Das Stundenbuch (1905) |
Unter türkischen Linden, die blühen, an Rasenrändern, / in leise von ihrem Heimweh geschaukelten Ständern / atmen die Ara und wissen von ihren Ländern, / die sich, auch wenn sie nicht hinsehn, nicht verändern. Papageien-Park Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Unwillkürlich sehn sie seinem Spiel / lange zu; zuweilen tritt das runde / seiende Gesicht aus dem Profil, / klar und ganz wie eine volle Stunde, / welche anhebt und zu Ende schlägt. Kind, Das Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Uraltes Wehn vom Meer, / Meerwind bei Nacht: / du kommst zu keinem her; / wenn einer wacht, / so muss er sehn, wie er / dich übersteht: / uraltes Wehn vom Meer / welches weht / nur wie für Ur-Gestein, / lauter Raum / reißend von weit herein... Lied vom Meer Rainer Maria Rilke Der neuen Gedichte Anderer Teil (1908) |
Überfliessende Himmel verschwendeter Sterne / prachten über der Kümmernis. Überfliessende Himmel Rainer Maria Rilke |
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